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Jugendfahrt nach Israel 2013

Resumee:

Unsere Reise bescherte uns eine Vielzahl von Eindrücken und Erfahrungen, die uns noch lange begleiten und von denen wir noch lange zehren werden. Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Neben dem Besuch mancher biblischer und historischer Stätten war es uns wichtig, der Wirklichkeit des Nahen Ostens heute zu begegnen. Tag für Tag stellten wir dabei deutlicher fest, dass es faktisch mehrere Wirklichkeiten gibt, in denen die Menschen dieser Region leben.

Rechtsansprüche und –forderungen stehen gegeneinander, und jede Seite hat immer wieder Opfer von Terror und Gewaltanwendung zu beklagen. Menschen leiden an den inneren und äußeren Verletzungen eines schon so lange dauernden Konfliktes. Die politische Gesamtlage ist außerordentlich kompliziert. Friedensschritte kommen nur sehr langsam voran und werden oft wieder torpediert.

Umso beeindruckender und vorbildhafter ist für uns auf diesem Hintergrund der Mut und der lange Atem geworden, mit dem Menschen – trotz allem - auf beiden Seiten versuchen, Versöhnungsbrücken zu schlagen.

Wichtig war und bleibt es für uns in aller Beurteilung, dass wir als Deutsche mit unserer belasteten historischen Verantwortung auf diesen Konflikt blicken und diesen Kontext immer zu berücksichtigen haben. Über den Problemen wollen wir jedoch zugleich auch an die Schönheit dieses Landes und seiner Menschen denken und alle Friedensschritte unterstützen.

Ein großes Dankeschön geht an die Sponsoren unserer Reise: Das Zentrum Ökumene der EKHN, den Arbeitskreis Im Dialog der EKHN, die PSD-Bank Hessen-Thüringen, die Ev. Kirchengemeinde Bad Nauheim sowie weitere einzelne Spenderinnen und Spender.

Susanne und Friedhelm Pieper / Gabriele Zander

Unten auf dieser Seite (bitte scrollen) folgt der Reisebericht, zu den Referaten geht´s hier.

1. August (Janine Hirndorf)

Unsere Reise nach Israel und Palästina begann am Frankfurter Flughafen. Wir trafen uns um 8:00Uhr morgens am Schalter der israelischen Airline „El Al“. Diese zählt zu den sichersten Airlines weltweit, es bestand also kein Grund zur Sorge. Verstärkt wurde die Sicherheit durch bewaffnetes Bodenpersonal und durch die sogenannten „Interviews“, bei denen man uns in Zweiergruppen über Reisegrund und -dauer, unsere Gruppe und die Kontakte in Israel ausfragte. Nachdem schließlich alle Sicherheitsrisiken durch uns ausgeschlossen werden konnten, durften wir unser Gepäck abgeben und uns Richtung Gate bewegen.

Der Flug verlief gut, und gegen 17 Uhr landeten wir in Tel Aviv, wo wir unsere erste Nacht auf israelischem Boden verbringen sollten. Unsere Unterkunft lag in der schönen Altstadt Tel Avivs, dem „Old Jaffa Hostel“. Der Transport vom Flughafen „Ben Gurion“ in die Altstadt erfolgte durch einen Kleinbus. Schon auf der Fahrt fiel uns allen etwas für uns Außergewöhnliches auf: man scheute die Hupe nicht. So oft und so laut es ging,

drückten die Israelis drauf, ob es nun notwendig war oder nicht, sei dahingestellt.. Dieses Phänomen begleitete uns auch auf unserem Weg zum Strand, den wir einschlugen, nachdem wir unsere Zimmer in der engen Herberge bezogen und die Badesachen ausgepackt hatten. Wir erreichten den Strandabschnitt, an dem ein dickes „Baden verboten“-Schild prangte, wo aber dennoch reger Badebetrieb herrschte, und waren alle begeistert von der Skyline der an der Küste vor uns liegenden Stadt, den großen Wellen und dem wunderschönen, sauberen Sandstrand. Wir betrachteten den Sonnenuntergang und badeten im warmen Wasser, bis es fast dunkel war. Anschließend suchten wir ein Restaurant, da sich so langsam der Hunger meldete. Nach einem kurzen Fußmarsch durch die Altstadt fanden wir eines, das genug Platz für uns alle hatte. Hier wurden wir eingeführt in die traditionelle israelische Küche und konnten gebührend den ersten Tag unserer Reise bei unendlich viel gutem Essen ausklingen lassen. Zurück im Hostel fielen wir alle erschöpft von der Reise und den vielen neuen Eindrücken des Unbekannten in unsere Betten.

2. August (Hanna Gundel)

Nach einem Frühstück mit Blick über einen Stadtteil Tel Avivs auf der Dachterrasse des Old Jaffa Hostels fuhren wir um 9 Uhr mit dem Bus nach Haifa. Dort trafen wir uns mit Herrn Bettelheim, einem Vertreter des Leo Baeck College.

Er erzählte uns ausführlich über seine persönliche Geschichte, wie er als Jude zur Zeit des 2. Weltkriegs von Deutschland nach Israel gelangte. Auch in Israel hatte er einige Kriege miterlebt und erklärte, nie in seinem Leben Frieden erfahren zu haben. Zudem berichtete er uns von seiner Karriere – er hatte über die Jahre oftmals den Arbeitgeber gewechselt und so in unterschiedlichen beruflichen Bereichen Menschen kennen gelernt, und so nicht nur zu Juden sondern auch zu Arabern und Engländern Freundschaften aufgebaut. Als einer der Ersten förderte er den deutsch-israelischen Austausch, in dem er zum Beispiel Jugendreisen nach Deutschland organisierte. Am Ende des Gesprächs gab er uns noch mit auf den Weg, dass wir alles, was wir hören, überprüfen und uns nicht auf Gerüchte oder Vorurteile einlassen sollen. 

Als weiterer Programmpunkt dieses Tages stand ein Besuch bei den  „women in black“ an. Diese zum Großteil schon recht hoch betagten Frauen demon- strieren einmal wöchentlich gegen die israelische Besatzung palästinensischer Gebiete. Die Demonstration hat Symbol- charakter – die Frauen stellen sich ganz in Schwarz auf einen Verkehrskreisel vor dem berühmten Bahaitempel und halten Schilder mit der Aufschrift „Stoppt die Besatzung“ in die Höhe. Unsere Gruppe hatte die Möglichkeit, sich mit den Frauen zu unterhalten, und schließlich konnten wir, wenn wir wollten, auch mit demonstrieren, was bei uns die Frage aufwarf, welche Rolle wir als deutsche Touristen in diesem Land einnehmen dürfen.

Am Nachmittag begrüßte uns eine sehr sympathische und liberale Rabbinerin der Reformjudengemeinde in Haifa. Vor dem Sabbatgottesdienst, zu dem sie uns einlud, erklärte sie uns einige Ansichten der Juden, bzw. der Reformjuden. Im Gottesdienst selbst wurde hauptsächlich gesungen, die Gemeinde wirkte froh und feierlich, selbst die Kinder schien dieser sehr anzusprechen.

3.August (Gloria Griedelbach)

Am dritten Tag unserer Reise nach Israel und Palästina besuchten wir das Kibbuz Mischmar haEmek. Ein Kibbuz ist eine meist ländliche Kollektivsiedlung in Israel. Die Ideologie des Kibbuz ähnelt dem Sozialismus/Kommunismus, es gibt ein gemeinsames Eigentum und basisdemokratische Elemente. 

Das Kibbuz Mischmar haEmek befindet sich im nördlichen Israel und besaß 2006 rund 960 Einwohner. Dort angekommen, trafen wir Lydia. Sie ist 67 Jahre alt und Bewohnerin des Kibbuz. Ursprünglich stammt sie aus Wales, warum sie nach Israel zog, erzählte sie uns als Einstieg. Da ihre Familie dem jüdischen Glauben angehörte, wurde sie dort in der Schule von den Klassenkameraden und Lehrern diskriminiert, obwohl ihre Familie den Glauben gar nicht ausübte.

Nachdem sie uns ihren Hintergrund etwas näher gebracht hatte, ging sie zusammen mit uns zu einem Holocaust Denkmal, das dort im Kibbuz von einem Künstler mit Hilfe einiger Studenten errichtet wurde.

Die Skulptur zeigte eine Frau, deren Arme nicht lang genug sind, um ihr Kind zu beschützen. Lydia erzählte uns vom Holocaust Tag, der einmal im Jahr stattfindet und an dem um 18 Uhr am Abend kurze Zeit alles still steht. Die Bewohner des Kibbuz machen sich um diese Zeit mit 6 Blumen auf den Weg zum Denkmal und legen dort die Blumen nieder. Die Anzahl der 6 Blumen soll an die 6 Millionen Juden erinnern, die in Folge des Holocausts ums Leben kamen. 

Nach dem Besuch der Denkstätte lud Lydia uns zum Essen ein, welches wir nicht bezahlen mussten, da wir Besucher dieser sozialen Gemeinschaft waren, in der jeder durch seine Arbeit zum Wohlstand des Kollektivs beiträgt.

Gut genährt, erklärte sie uns nach dem Essen anhand der Tafel, wie sich das Kibbuz in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Den Wohlstand des Kibbuz konnte man deutlich an den Bildern erkennen, die die Verbesserungen zeigten.

Anschließend ging es dann weiter zu Lydia nach Hause, sie fuhr mit einer Art Golf Cart dorthin und erklärte uns gleich, dass jeder Bewohner des Kibbuz ab 70 solch ein Fahrzeug bekommen würde. Sie selbst habe es aufgrund einer Verletzung am Bein schon früher erhalten. Bei ihr in der Wohnung setzten wir uns gemeinsam in einen Kreis und Lydia erzählte uns weitere spannende Dinge, die man über das Leben im Kibbuz wissen muss. 

Für ihre Wohnung, den Strom und das Wasser braucht sie nichts zu bezahlen, außerdem erhält jeder Bewohner das gleiche Jahresgehalt von 30 000 Schekel (etwa 6500 Euro), egal welchen Beruf er ausübt. Des Weiteren erhielten alle in diesem Jahr einen Bonus von 37 000 Schekel (ca. 8000 €), da das Kibbuz Mischmar haEmek sehr wohlhabend ist. Es besitzt eine große Plastikfabrik und verfügt über landwirtschaftlich genutztes Land. Lydia erzählte uns, dass es früher im Kibbuz üblich war, dass es ein Kinderhaus gab, in dem die Kinder wohnten. Die Eltern verbrachten einige Stunden in der Woche mit ihren Kindern und unternahmen dann verschiedene Aktivitäten. Es hagelte dann Kritik an diesem Kinderhaus, sodass die Kinder mittlerweile bei ihren Eltern wohnen, wie es sonst üblich ist. Lydia selbst findet das System des Kinderhauses nicht verkehrt, da man sich intensiv mit den Kindern beschäftigt hat, wenn sie bei ihren Eltern waren. Sie hat das Gefühl, man hat ihnen dann mehr Aufmerksamkeit schenken können, als man es im normalen Berufsalltag mit Kindern kann.

Im Großen und Ganzen erlebten wir einen tollen Tag bei Lydia im Kibbuz. Sie war eine sehr aufgeschlossene und lustige Person, wir haben viel mit ihr gelacht und uns köstlich amüsiert. Alles, was sie uns über das Leben im Kibbuz erzählte, war besonders spannend und manches konnte man sich schlecht vorstellen, vor allem wenn es um die Gleichverteilung der Güter bei unterschiedlich verrichteter Arbeit ging. Trotz kleiner Schwierigkeiten ist es ein wirklich gut funktionierendes System, und es war interessant, mal einen Einblick in eine ganz andere Lebensweise zu gewinnen.

Nach dem langen, heißen Tag im Kibbuz fuhren wir mit einem Kleinbus zum See Genezareth, wo wir die kommenden zwei Tage verbrachten. Da die Fahrt wirklich anstrengend und die Hitze erdrückend war, gingen wir nach dem Ankommen direkt zum See und kühlten uns im klaren Wasser ab.

Abends kochten wir zusammen und schliefen dann, völlig erschöpft vom Tag und all den spannenden Eindrücken, gemeinsam in großen Zelten.

4.August (Naomi Zander)

Keine 10 Minuten vom See Genezareth entfernt bewohnten wir 3 Acht-Personen-Zelte, die direkt in der Natur neben einem Pool und einem kleinen Laden gelegen waren. An Unterhaltung fehlte es nie, da neben unseren Zelten eine Behindertengruppe aus Israel wohnte. Am Morgen des 4.8. frühstückten wir zunächst und machten uns dann auf den Weg zu der Brotvermehrungs- kirche, deren Thema die Geschichte Jesu ist, in der er Brot und Fisch vermehrt hat (Mt 14,15-21). 

Danach wurden wir mit dem Bus zum Hafen des Sees Genezareth gefahren, da für uns eine Bootstour auf dem See gebucht war. So konnte man eine Stunde die Sonne und eine atemberaubende Aussicht genießen. Nach der Bootstour stand das Mittagessen auf dem Programm. Auf Empfehlung unseres Busfahrers aßen wir in einem Restaurant Falafel und Schnitzel. 

Anschließend wurden wir von unserem Busfahrer nach Capernaum gefahren. Capernaum war einst ein Fischerdorf und eine wichtige Wohn- und Wirkungsstätte Jesu, von wo unter anderem Petrus und Matthäus stammen. Zu besichtigen gab es beispielsweise die Überreste einer Synagoge aus dem späten 2. oder frühen 3. Jahrhundert und eine Glasplatte, durch die man in das einstige Haus des Petrus schauen konnte.

Nach der Besichtigung Capernaums fuhren wir zum Berg der Seligpreisungen, auf dem Jesus einst seine Bergpredigt hielt.

Von dort hatte man einen sehr schönen Ausblick über den See Genezareth. Diesen Ausblick konnte man weitere 40 Minuten während des Abstiegs vom Berg zurück zu den Zelten genießen.

Nachdem wir in Tabgha angekommen waren, hatten wir freie Zeit bis 19:00 Uhr, die der Großteil der Gruppe dazu nutzte, im See Genezareth oder im Pool baden zu gehen. Vor dem Abendessen hielt Susanne , ein Leiterin der Gruppe, um 19.00 Uhr eine Andacht direkt am See über das Wirken Jesu in Tabgha. 

Schließlich gab es zum Abendessen Nudeln mit Tomatensauce, die von einigen aus der Gruppe gekocht worden waren. Danach ließen wir den Abend mit einigen Liedern begleitet auf der Gitarre ausklingen.

5. August (Tsegaye Mekuria Checkol)

I lifted my head with an effort to get out of the bed and make myself ready for one of the longest drive that we have in our entire trip. As we were informed in the previous night all of us were rushing to pack our luggage and make them ready to be loaded in the bus which would take us to the places that we would be visiting and finally later in the evening to the hotel that we would be staying for the next two nights. 

We were happy partly because we were going to escape the extreme heat of the desert that had been blazing us for the last couple of days and to be able to sleep in a more comfortable hotel with all its facilities and modern air conditioner. 

After a quick shower, as the responsibility for the preparation of that day’s breakfast for all the group was given to me and Constantin, I dashed to the kitchen where Constantin was almost going to start making coffee and tea. 

Nine in the morning before the sun starts pouring its flame down to the earth we hit the road and started driving in the south west direction and once again we crossed a town called Cana of Galilee, which we saw briefly in the previous day on our way back to the camp after visiting some religious sites and historical places in the vicinity of the sea of Galilee. 

Among Christians and other students of the New Testament, Cana is best known as the place where, according to the Fourth Gospel, Jesus performed his first public miracle, the turning of a large quantity of water into wine at a wedding feast (John 2:1-11) when the wine provided by the bridegroom had run out. (https://en.wikipedia.org/wiki/Canahttps://en.wikipedia.org/wiki/Cana)

I was enjoying the breathtakingly beautiful scenes from the window of our bus while it drove to Nazareth. Some of the students fall asleep and others were talking and discussing about what they see on the road through the window while some of the couples were enjoying their privacy with their partners. Mr & Mrs Pieper and Gaby were sitting in the front seats and attentively discussing the plan and at times were throwing their eyes on the driver to check if he was driving carefully. As always they were at maximum alert to make sure things go on smoothly without any problem. After 60 minutes on the road we reached in Nazareth. It is the Arab capital of Israel"; the population is made up predominantly of Arab citizens of Israel, almost all of whom are either Muslim (69%) or Christian (30.9%).

1st stop. Visit to Kindergarten in Nazareth

As already planned in the schedule, around 10:15 we started visiting the kindergarten established and run by Al-Tufula. Together with the representatives of its parent organization- Hiracuna (which means “leading our mobilization with our hands” in Arabic), representatives of Al-Tufula who oversee the kindergarten briefed us about their activity and future plan. 

In the two hours long discussion with the coordinators of Hiracuna which is a Forum of ten civil society organizations (Al- Tufula is one of them) specializing in community volunteerism and leadership in the Palestinian Society in Israel, we were able to learn what they had achieved so far and the type of problems which had been holding their progress back. Shortage of finance and lack of political will of both the Israeli and the Palestine authorities are among the list of problems. 

Al-Tufula which was established in 1984 focuses mainly with woman and early childhood program and many more activities that have relevance to woman empowerment.

2nd stop. Church of Annunciation (Basilica of the Annunciation)

Few minutes after mid-day, we finished our visit and discussion at the kindergarten and started driving to Beit Jala. 

After a few hundred meters drive from the kindergarten, we saw the church of Annunciation which is believed to be the site where, according to Roman Catholic tradition, the Annunciation took place. The Annunciation (anglicised from the Latin Vulgate Luke 1:26-39 Annuntiatio nativitatis Christi), also referred to as the Annunciation to the Blessed Virgin Mary or Annunciation of the Lord, is the Christian celebration of the announcement by the angel Gabriel to the Virgin Mary that she would conceive and become the mother of Jesus, the Son of God, marking his Incarnation.  https://en.wikipedia.org/wiki/Annunciation 

I was informed by the locals and our group leaders that this area is very tense and usually clashes erupt between Christians and Muslims as members of the Muslim community want to build Mosque next to it. 

Some of us were already hungry and the driver parked the bus in front of a street fast food vendor where we ate our lunch and took some pictures of the church from a close distance.

3rd Stop. Armageddon

On our way to Beit Jala, after a few kilometres drive, on the right side of the road we saw one of the sites which have been identified as the future scene of the Bible's Armageddon. 

It refers to the place where a future battle is to be fought out. It is believed to be the time when the world will come to an end.

The terrorizing word, end of the world, didn’t seem to go away from my mind easily and I was at times was only thinking about it , even though the site is far away from my eyes by this time. The bus drove directly down to the south on highway 60 or Route 60 which is a south-north intercity road in Israel and the West Bank that stretches from Beersheba to Nazareth.

4th stop. Observation of the Check point

After a few kilometres drive, we started to see parts of the walls of the West Bank from a distance where it was built in some geographically elevated lands. This separates the West Bank from the rest of Israel. 

I started preparing myself for any possible question that may arise when we got close to one of these border walls where a check point is established. All the rest of the members of the group were also anxious to see what would happen when we crossed the check point. This was actually because I was separately checked several times during our group flight check in at Frankfurt Airport. 

To our surprise, we crossed the border without being checked. A few kilometres in to the West Bank, We saw big walls erected along the side of another road to protect the cars from being hit by stone throwers of Palestine’s. This road is used as a major highway for the Jewish settlers. 

Following the same road, we finally arrived at the very beautiful city of Beit Jala which is located totally within the west bank. 

Based on the 2007 Census data, the population of Beit Jala is approximately 11,758 and According to the Palestinian Central Bureau of Statistics; about 60% of the population were Christians (mostly Greek Orthodox) and about 40% Muslims. 

During the Second Intifada, militants from the Fatah-affiliated Tanzim group used Beit Jala as a base for launching sniper and mortar attacks on the Israeli settlement of Gilo. Gilo is located on a hilltop across from Beit Jala, partially built on the lands of Beit Safafa and Sharafat. The Israeli government built a concrete barrier and installed bulletproof windows in homes and schools facing Beit Jala. In August 2010, after a long period of calm, the concrete barrier built to protect Gilo was removed.

5th stop. Checking in at Abrahams Herberge

Some minutes before 4:00 in the afternoon we reached at Abrahams Herberge, a church located inside Beit Jala. It has its own 3/ 4 star guest house/hotel where we would be staying the next two nights. 

Abrahams Herberge is a large, church-sponsored peace project in the Middle East which forms a bridge in the Holy Land to a peaceful life together in Israel and Palestine. It is part of the complex of the Evangelical Lutheran Church of the Reformation in Beit Jala, a Palestinian city adjacent to Bethlehem. 

The church was established in 2001 in Germany, started by the Evangelical Church of Andrew in Frankfort. Its activities since then have occurred in close association with those responsible for the Evangelical Church in Beit Jala. 

As the head of the church had gone to Germany for some other assignment, we were welcomed by Mohamed, a 30 year old Palestine who is the childhood beneficiary and later the long-time employee of the church. 

Late afternoon activities. 

At 4:30 Mohamed briefed us about his personal story in the struggle to bring peace in the country and his life related to the church and why he has started living and later on working in the church. 

Later on we met and discussed with the members of the organization named as Combatants for peace which is a Bi-national movement of Israelis and Palestinians who lead a non-violent struggle against the occupation, and support a peaceful solution of two states for the two peoples. 

An old man who was a former Israeli soldier and a young lady who worked for Israeli defence force were from the Israeli side and a former Palestinian militant, accompanied by his translator who himself was jailed in Israeli prisons for several years after he was caught of allegedly attaching the Israelis, were from the Palestine side. 

Students of films and media from one US University recorded the discussion as part of their documentary series and film making. 

Later in the evening after dinner before we retired for the evening, we all sat in the open air of the church enjoying the fresh hot air. While discussing our daily activity, Shisha and drinks were served.

6. August (Fee Nussbaum)

Der sechste Tag unserer Reise begann mit einem Input zu den Themen Nahost-Konflikt und Gazastreifen, der als Basis für die folgenden Gespräche in der Westbank dienen sollte. 

Am Vormittag starteten wir unsere Fahrt nach Bethlehem, bei der die Weihnachtskirche und insbesondere die Geburtskirche im Fokus standen. Passend zum Ort (Weihnachtskirche) beglückte uns unser Reiseführer mit „Oh du fröhliche“ auf der Blockflöte, worauf wir alle mit einstimmten. Nach dieser Besichtigung der anderen Art faszinierte die Geburtskirche besonders mit dem gleitenden Übergang vom evangelischen, katholischen, griechisch-orthodoxen zum armenischen und syrischen Teil der Kirche. Eine große Besonderheit der Geburtskirche war der 14-zackige Stern in dem Kellergewölbe, an dem Ort, an dem Jesus zur Welt gekommen sein soll. Aufregend war auch das bunte Markttreiben auf dem Hin- und Rückweg.

Im Anschluss haben wir einen Vertreter der Freiwilligenorganisation ÖRK getroffen. Diese Organisation dokumentiert die Verhältnisse an den Check Points entlang der Mauer zwischen Israel und Palästina und geht gegen Menschenrechtsverstöße vor. Aufgrund der schwer bewaffneten Soldaten, den Wachtürmen entlang der Mauer und dem Anblick des sogenannten „Käfigs“, der als Ein-und Ausgang dient und in dem jeden Morgen hunderte Palästinenser auf dem Weg zu ihrer Arbeit eng zusammengepfercht mehrere Stunden ausharren müssen, ergriff uns ein sehr bedrückendes Gefühl. Dieses wurde noch verstärkt, als der Mitarbeiter des ÖRK stehen blieb, um uns zu erzählen, dass vor einem Monat an genau dieser Stelle Soldaten auf einen Jungen geschossen haben, der anlässlich einer Hochzeit Feuerwerksraketen in der Nähe der Mauer abfeuerte. Der Junge liegt bis heute im Koma. Als wäre das an Grausamkeit nicht genug, dürfen ihn noch nicht einmal seine Eltern im israelischen Krankenhaus besuchen. All diese Gedanken schossen mir in den ersten Sekunden durch den Kopf. Trotz all dieser furchtbaren  Gewalt, die nicht von der Hand zu weisen ist, folgte aber einen kurzen Moment später folgender Gedanke: Wie kann eine Mutter ihr Kind so provokativ an der Mauer mit Feuerwerksraketen spielen lassen, obwohl sie sich über eventuelle Folgen bewusst gewesen sein muss? 

Wir besuchten auch eine Familie, deren Haus - während die Kinder in der Schule waren - von drei Seiten eingemauert wurde. Häufig stand es in der Schusslinie bei Feuergefechten, und die Kinder wurden von Soldaten auf dem Heimweg von der Schule abgefangen und als lebendiges Schutzschild benutzt. 

Trotz der Fassungslosigkeit und des absolut bedrückenden Gefühls hat uns dieser Gang entlang der Mauer die schreckliche Situation des zweigeteilten Landes auf eindrucksvolle Art und Weise näher gebracht.

7. August (Giuliana Becker)

Der Tag beginnt um ca. 7.30 Uhr mit dem gemeinsamen ausgiebigen Frühstück in Abrahams Herberge in Beit Jala. Nachdem alle Koffer gepackt sind und wir uns in Abrahams Herberge für ihre Gastfreundschaft und den netten Aufenthalt bedankt haben, geht es mit dem Bus weiter nach Jerusalem. Auf dem Weg dorthin liest Susanne uns einen Psalm aus der Bibel vor, der früher schon auf der Reise nach Jerusalem gesungen wurde. 

In Jerusalem angekommen erwarten uns schon die ersten prägenden Eindrücke der Altstadt: viele Menschen und viele verschiedene Religionen. Im österreichischen Hospiz, unserem Zuhause für die nächsten Tage, werden wir sogar auf Deutsch empfangen. Für den Tag ist eine Stadtführung geplant. Chefzi, unsere Stadtführerin, führt uns durch die Altstadt, vorbei an vielen kleinen Lädchen, die unsere Blicke fesseln. Von Kleidung über Schmuck bis hin zum Gewürz ist hier alles zu entdecken. Unser erster Anlaufpunkt ist die Davidstadt. Dort werden wir von Hafenklängen empfangen, die daran erinnern sollen, dass David Saul zur Beruhigung Harfe vorgespielt hat. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick ins Tal und auf die umliegenden Berge, sowie auf den jüdischen Friedhof.

Die Hauptattraktion ist ein ca. 2.700 Jahre alter Wassertunnel, den König Hiskia erbauen ließ. Chefzi erklärt, dass der Tunnel die Wasserversor-gung Jerusalems sicherstellen sollte, und er beförderte Wasser aus der Gihon-Quelle in den Shiloah-Teich. Dieses Bauwerk gilt als antike Meisterleistung der Ingenieurskunst, besonders wenn man die zu biblischen Zeiten verfügbaren Mittel berücksichtigt. Heute ist ein Teil des Tunnels zur Begehung freigegeben. Ca. 20 Minuten lang watet die gesamte Gruppe im Halbdunkeln durch den Wassertunnel. Ein einzigartiges Erlebnis, welches zum Gruppenzusammenhalt beiträgt. 

Anschließend laufen wir durch einen Tunnel, dem Western-Wall-Tunnel, welcher an der Klagemauer unterhalb des Arabischen Viertels entlang führt. Dieser Tunnel wurde zu früheren Zeiten als Versteck vor den Römern genutzt und später als Abwasserkanal. Er ist jedoch nicht mehr vollständig erhalten. 

Im Archäologischen Museum sehen wir eine Ausstellung zum Tempelbau und einen eindrucksvollen Film zum Leben zur Zeit des Tempels.

Nach dem Passieren ausführlicher Sicherheitskontrollen standen wir endlich an einem der bedeutendsten Plätze in Jerusalem: der Klagemauer. Chefzi erzählt uns, dass sie jedes Mal, wenn sie vor der Klagemauer steht, ein nicht in Worte zu fassendes Gefühl hat. Sie sagt uns, dass jeder die Klagemauer anfassen darf und auch einen Zettel mit seinen Wünschen oder Hoffnungen in die Ritzen der Mauer stecken darf. Unsere Gruppe trennt sich in Frauen und Männer, da die Klagemauer geschlechter-spezifisch geteilt ist. Dabei fällt auf, dass der Bereich der Männer fast zwei Drittel einnimmt. An der Klagemauer sieht man viele betende Menschen. Manche weinen, manche streichen über die Mauer, andere sind in ihr Gebet vertieft. Aber alle vereint die Ehrfurcht vor der Mauer, welche besonders beim Zurücktreten von der Mauer auffällt. Alle laufen rückwärts, um ihre Ehrfurcht vor der Mauer zu zeigen. Tatsächlich hat Chefzi Recht: dieses ist ein besonderer Ort mit einer besonderen Atmosphäre: heilig, friedlich und einzigartig.
Im Gewölberestaurant essen wir Falafel und Shwarma, sodass wir gestärkt zum nächsten Programmpunkt übergehen können: der Grabeskirche, der wichtigsten Stätte für Christen. An dieser Stelle soll Überlieferungen zufolge die Kreuzigung Jesu stattgefunden haben und sich auch dessen Grab befinden. Hier ist jede christliche Konfession in einer eigenen Ecke zu finden. Hauptsächlich wird das Heiligtum von der Griechisch-Orthodoxen, der Römisch-Katholischen (Franziskaner) und der Armenisch-Apostolischen Kirche verwaltet; dazu kamen im 19. Jahrhundert die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien, die Kopten und die Äthiopisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche. Die äthiopischen Christen leben als kleine Gruppe auf einem der  Kirchendächer. 

Nach dieser ausführlichen und interessanten Stadtführung trennt sich die Gruppe, sodass man entweder durch die Altstadt streifen kann, oder bereits ins österreichische Hospiz zurückkehren kann. 

Am Abend treffen wir uns zum gemeinsamen Essen im Restaurant des österreichischen Hospiz, in dem wir es uns bei leckeren Speisen gutgehen lassen. Im Stuhlkreis auf der Terrasse sprechen wir über die Eindrücke des gemeinsam Erlebten und lassen den Tag ausklingen.

8.August 2013 (Lisa Unger)

Nach der ersten Nacht in Jerusalem besuchten wir das Holocaust-Museum „Yad Vashem“ sowie das Freiwilligenprogramm „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“. Beide Stationen setzten sich direkt (das Museum) bzw. indirekt (die Organisation) mit dem Holocaust auseinander. 

In „Yad Vashem“ erhielten wir eine Führung von einer deutschsprachigen Pädagogin, deren Hauptaufgabe im Museum die Vermittlung der Inhalte und Ursachen des Holocausts an Schüler/innen ist. Gerade für Jugendliche, die nicht-deutsch-stämmig oder jüdisch sind, ist der Holocaust zumeist nicht greifbar, da der historische und kulturelle Bezug fehlt. Das Museum ist in verschiedene thematische Abschnitte eingeteilt, die eine zeitlich chronolo- gische Abfolge haben. Den Beginn machen antisemitische Verschwörungstheorien, wie sie in Deutschland Anfang der 30er Jahre zur Kriegsvorbereitung verwendet wurden. Gleich- zeitig werden die aufkommende Pogromstimmung, die Bücherverbrennung, sowie erste Berufsverbote für jüdische Menschen in den deutschsprachigen Gebieten thematisiert.

Den zweiten großen Abschnitt stellt die Schilderung des Holocausts und der Verlauf des 2. Weltkrieges dar. So wurde zum Beispiel in Bildern, Texten und Filmen der osteuropäische Frontverlauf und die damit verbundene Judenverfolgung aufgezeigt. Konzentrationslager und die verschiedenen jüdischen Ghettos standen selbstverständlich im Mittelpunkt. 

Besonders interessant hierbei war das jüdische Leben während dieser existenzbedrohen- den Periode. Trotz der Grausamkeiten der Zeit wurden gerade religiöse Bräuche aufrecht erhalten, um eine gewisse Normalität zu verspüren. Neben den europäischen Ereignissen wird über den afrikanischen Kriegsverlauf berichtet: So versuchte SS-General Rommel über Ägypten nach Palästina (dem heutigen Israel) zu gelangen, um die Judenvernichtung auch dort zu erreichen. Gleichzeitig wird über die arabische Bevölkerung in Palästina zu dieser Zeit berichtet, deren Führer, der Großmufti Mohammed Amin al-Husseini, Hitler zum Vorbild hatte und wie sein Idol ein bekennender Antisemit war. Zum Abschluss wurde in Yad Vashem der sechs Millionen jüdischen Opfer gedacht, die der völkische deutsche Faschismus verursacht hatte. Yad Vashem ist neben dem Museumsteil ein historisches Institut, welches versucht, die Lebensläufe der Opfer zu rekonstruieren und sie den Verwandten und der Nachwelt zugänglich zu machen. Jede/r ausländische Politiker/in muss bei einem Staatsbesuch Yad Vashem besichtigt haben.

Auch wir legten zum Ende einen Kranz nieder. Danach besuchten wir die Kindergedenkstätte, sowie das Tal der Gemeinden, wo der 5000 jüdischen Gemeinden gedacht wurde, die während des Holocaust entweder komplett zerstört wurden oder nur wenige Überlebende hatten. 

Im zweiten Teil des Tages besuchten wir das Freiwilligenprogramm der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, die deutsch-israelische Austauschprogramme organisieren, bei der in Israel Holocaust - Überlebenden geholfen wird oder in Deutschland in Kindergärten Dienst geleistet werden kann, um dem interkulturellen Austausch förderlich zu sein. Wir sprachen mit zwei Jugendlichen, die jeweils ein Jahr mit alten Menschen in Tel Aviv und Jerusalem zusammen arbeiteten. Sie erzählten über ihren Alltag in Israel, aber auch über die sprachlichen und kulturellen Schwierigkeiten, mit denen beide konfrontiert waren und sind.

Besonders beeindruckend waren hierbei die Erzählungen von der Arbeit mit Holocaust - Überlebenden, die teilweise das erste Mal in ihrem Leben wieder deutsch mit den Freiwilligen redeten oder ihnen ihre schreckliche Vergangenheit erzählten, was sie selbst ihren verbliebenen Verwandten nicht geschildert hatten.

Zum Abschluss des Tages gingen wir in dem jüdischen Teil Jerusalems essen und ließen die ereignisreichen Stunden ausklingen.

9. August (Madalina Alexe)

Besuch bei den Beduinen 

Am 09. August 2013 besuchten wir einen besonderen Teil der Negev Wüste, einen Ort, an dem Menschen zwischen zwei Fronten geraten sind. Dieser Ort bietet eine besonders schwierige Ausgangssituation für seine Einwohner. Es sind Beduinen, die hier 1959 während des Palästinensischen Kriegs aus ihrer Heimat vertrieben wurden und nun in diesem Ort gefangen sind. Sie werden weder von dem Israelischen Staat noch von dem Palästinensischen Staat  anerkannt. Sie dürfen nicht da bleiben, wo sie sind, dürfen aber auch nicht anderswo hingehen. 

Bewundernswert ist aber die Tatsache, dass es doch Menschen gibt, welche für die  Beduinen Verständnis zeigen und ihnen helfen wollen. Wir haben den Rabbiner Jehiel kennengelernt, welcher Kontakt zu diesen Menschen aufgenommen hat und uns von deren Situation berichtet hat. Er setzt sich für die Rechte dieser Menschen zusammen mit Nonnen, Krankenschwestern und Lehrern ein. 

Rabbiner Yehiel begleitet uns zu dem Beduinen-Flüchtlingslager, das nahe an der Autobahn steht. Wir müssen uns beim Ausstieg beeilen, damit kein Unfall passiert, weil es keine Einfahrt zu dem Lager gibt.  Das Flüchtlingslager besteht aus mehreren Zelten und einer Schule, welche erst seit ein paar Jahren aus Autoreifen gebaut wurde. Herr Abohamis ist unser Gastgeber und schildert uns die schwierige Situation, mit der die Beduinen täglich konfrontiert werden. Wir werden mit einen leckeren Tee empfangen.

Beduinen beschäftigen sich mit Tierzucht. Das ist jedoch nicht immer leicht in der Wüste, denn es gibt wenig zu fressen, da es sehr warm und trocken ist. Das besetzte Gebiet, auf dem sie leben, können sie auch nur begrenzt nutzen. Der Zugang zum Wasser wurde gleichzeitig mit dem Einzug der Siedler auch abgeschafft. Es besteht ein ständiger Kampf ums Wasser. Die Beduinen sind darauf angewiesen, das Wasser aus Tankkanistern zu kaufen. Strom beziehen sie aus einem Dieselgenerator. Mit Essen werden sie von der UN unterstützt. Eine andere Beschäftigung der Beduinen ist das Metallsammeln. Wir erfahren, dass diese Tätigkeit sehr gefährlich geworden ist. Israelische Soldaten füllen Metallobjekte (z.B. Fernrohr) mit Explosivstoffen und werfen diese in die Wüste, als Mittel um diese Menschen wegzutreiben. Viele Kinder sind beim Sammeln von Metallobjekten ums Leben gekommen. 

Die Bildung stellt sich bei den Beduinen auch als problematisch dar. Bevor die Schule im Flüchtlingslager erbaut wurde, mussten die Kinder eine Strecke von 18 bis 20 km zu Fuß zur Schule laufen. Das hat viele Unfälle bei so einer langen Strecke verursacht. Fünf Schüler sind auf dem Schulweg ums Leben gekommen. Die Siedler üben Druck auf die Armee aus, denn sie wollen die neu erbaute Schule abreißen und die Beduinen vertreiben. Vorläufig ist die Schule gerettet, da dieses Problem internationale Aufmerksamkeit bekommen hat. In der heutigen Schule werden ungefähr 85 Schüler von Lehrern aus Nazareth und Ramallah unterrichtet.

Weitere Arbeitsmöglichkeiten für Beduinen gibt es an den Tankstellen, Fabriken und Supermärkten. Doch auch diese werden langsam abgeschafft, als Reaktion auf den Bau der Schule im Flüchtlingslager.

Wir treffen am Nachmittag eine weitere Beduinenfamilie, die uns von deren Situation berichtet. Die größere Tochter ist studierte Englischlehrerin. Sie hat keinen Job gefunden und begann deswegen Kinder aus ihrer Gegend freiwillig zu unterrichten. Später bekam sie Unterstützung und gründete ein Sommercamp, in dem heute 55 bis 85 Schüler lernen. Manchmal kommen Freiwillige aus den USA, Israel, Italien u.a. Ländern und unterstützen sie bei der Arbeit. Sie erklärt uns, dass es für gebildete Frauen  schwierig ist, einen Mann zu finden und eine Familie zu gründen. Männer fühlen sich minderwertig neben einer gebildeten Frau und bevorzugen deswegen ungebildete Frauen. Kinder und Jugendliche, die sie unterrichtet, wünschen sich für die Zukunft Freiheit und Tradition, fühlen aber auch den Drang nach Modernisierung. 

Elementare Menschenrechte gelten leider nicht für die Beduinen. Es ist für dieses Volk eine sehr schwierige Zeit, eine Zeit der Vertreibung und der existenziellen Ungewissheit.

10.August 2013 (Florian Bär)

Am Morgen des 10. Augustes machte sich unsere Reisegruppe zum Toten Meer auf, etwa 30 km von Jerusalem gelegen. Das Tote Meer liegt  410 m unter dem Meeresspiegel und ist damit der tiefstgelegene Binnensee der Erde, doch bevor wir ein etwas anderes Schwimmerlebnis genießen konnten, starteten wir den Tag mit der Besichtigung Masadas. 

Masada, auch die „uneinnehmbare Festung“ genannt,  wurde von uns glücklicherweise nicht zu Fuß erstürmt, sondern wir erreichten den Gipfel des 410 m hohen Felsens bequem per Seilbahn.

Oben angelangt erfuhren wir, dass die damals von Herodes erbaute Fluchtburg als letzte Befestigung des jüdischen Aufstandes gegen die Römer diente und nach dem Suizid der gesamten Bevölkerung von den Römern „kampflos“ eingenommen wurde.

Einige schweißtreibende Vorträge später machten wir uns zu einer Oase namens En Gedi auf, wo jeder nur darauf wartete, sich an einem der Wasserfälle zu erfrischen. Noch größer war die Freude, als wir beim Verlassen der Oase noch einen Blick auf einen Wüstensteinbock, den Namensgeber der Oase, erhaschen konnten. 

Zu guter Letzt ging es zum Schwimmen ins Tote Meer oder besser gesagt treiben! Dank des hohen Salzgehaltes (ca. 33%) hatten auch die schlechteren Schwimmer keine Probleme, sich über Wasser zu halten. Als dann der letzte Salz- und Schlammrest vom Körper entfernt war, ging es zurück nach Jerusalem, einer verbrannter als der andere.

11. August (Susanne Pieper)

Am frühen Morgen des Tages  machte sich unsere Gruppe auf, um  den Haram  al – Sharif, das drittwichtigste Heiligtum des Islam,  zu besichtigen. Nachdem wir ungefähr eine halbe Stunde angestanden hatten, konnten wir endlich durch das enge Tor auf den weiten Platz des von jüdischer  Seite so genannten Tempelberges  treten.  Obwohl  alle züchtig und angemessen für eine heilige Stätte  gekleidet waren,  wurden einige aus der Gruppe - offensichtlich willkürlich -  von einem  wie ein offizieller Wächter aussehendem Mann herausgerufen und aufgefordert, sich ein zusätzliches Tuch um die Beine oder um die Schultern zu  schlingen, da sie sonst nicht auf dem Platz bleiben dürften.  Manche aus der Gruppe kamen der Aufforderung nach  und bezahlten für das angebotene Tuch, andere aber waren darüber so  ärgerlich,  dass sie sogleich den Tempelplatz verließen und außerhalb der Mauer auf unsere Gruppe warteten.  Später stellte sich heraus,  dass das Ganze ein abgekartertes Spiel war,  das die Aufsichtsbehörde des Haram al –Sharif aber durchgehen ließ.  Den Felsendom selbst konnten wir leider nicht von innen sehen, dafür aber die äußeren, wunderbaren Fayencen bestaunen, die in allen Blautönen in der Sonne leuchteten. Das Eingangstor der gegenüberliegenden El – Aksa – Moschee stammt noch von den Kreuzfahrern. Einige muslimische Frauen waren auf dem Platz versammelt und ganz in die Lektüre und in die Meditation des Koran vertieft.
Nach dem Besuch dieser heiligen Stätte (Mohammed soll vom Felsen, der das Zentrum des Heiligtums ausmacht,  in einer Nacht mit seinem Pferd in den Himmel geritten sein) teilten wir uns in kleinere Gruppen auf: einige besuchten die Profetengräber außerhalb der Altstadt, während die anderen sich aufmachten,  die tausend Jahre alten Olivenbäume des Garten Gethsemane zu entdecken und sich  auf die Stätte einzulassen,  in der Jesus der Überlieferung nach mit seiner Todesangst vor Beginn seiner Passion kämpfte. Das Innere der „Kirche der Nationen“ fasziniert durch wunderschöne Mosaiken, die den  Sternenhimmel und die Gethsemaneszene mit dem einsamen Jesus und den schlafenden Jüngern darstellen. 

Der Nachmittag gehörte dann ganz profan den letzten Einkäufen im Basar der Altstadt, den Versuchen,  dabei das Handeln zu üben und noch einmal die multikulturelle Atmosphäre der Stadt zu genießen.

12. August (Susanne Pieper)

Am Morgen dieses Montags hieß es: Koffer packen! Noch einmal gingen wir mit unserem Gepäck durch die Gasse zum Damaskustor. Am Parkplatz empfing uns unser Busfahrer, um uns zum Ben-Gurion-Flughafen zu bringen. 

Auf dem fast vierstündigen ruhigen Rückflug versuchten wir, über unsere unglaublich vielen Eindrücke nachzudenken. 

In Frankfurt gelandet endete für uns eine spannende, außerordentlich dichte und uns durch viele neue Erfahrungen bereichernde Zeit.

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