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Lichtinstallation Erster Weltkrieg

Ein Lichtprojekt in dunkler Zeit 1914 / 2014

Künstlerische Lichtinstallation in der Dankeskirche
8. bis 23. November 2014

Begleitend zur Ausstellung fanden drei Veranstaltungen in der Dankeskirche statt:

Eröffnung der Lichtinstallation
mit Musik aus der Zeit des 1. Weltkriegs (Max Reger: Choralvorspiele aus op. 135 a und Fantasie d-moll op.135 b) sowie Lesungen

"Spurensuche in Bad Nauheim"
Rekonstruktion der ersten Kriegswochen

"Mehr darf ich nicht schreiben"
Biografisches aus dem Felde

Auszüge der vorgetragenen Texte finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Idee und Realisierung: Dr. Ingrid Angermann, Pfarrer Rainer Böhm, Rosa Geweth, Frederike Müller, Herbert Pauschardt, Günther Simon, Thomas Völker, Pfarrerin Barbara Wilhelmi sowie Peter Nicol Jüngermann (Licht) und Kantor Frank Scheffler (Musik).

Eröffnung am 8.11.2014

Für den Kirchenvorstand eröffnete Thomas Völker die Ausstellung, hier Auszüge aus seiner Ansprache:

"In diesem Jahr jährt sich der Ausbruch des 1. Weltkrieges zum 100. Mal. Im Sommer 1914 brachte das Attentat von Sarajevo das Pulverfass Europa zur Explosion. Ein Krieg, der die alte Weltordnung für immer veränderte – die Uhr Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Doch wie erlebten einfache Menschen, junge Soldaten und ihre Familien diese Zeit? Welche Spuren hat der 1. Weltkrieg in Bad Nauheim hinterlassen? In der Dankeskirche zeugen die dunklen Gedenktafeln aus Eichenholz an der Rückwand vom 1. Weltkrieg.

Normalerweise schauen Sie als Gottesdienstbesucher nach vorne zum Altarraum und zur Kanzel, für unsere heutige Veranstaltung haben wir Stühle und Bänke gedreht. Wir wollen zurückschauen – im doppelten Sinne – wir wollen uns der Kriegsjahre 1914-1918 erinnern und wir wollen dabei hier unsere Gedenktafeln in den Blickpunkt nehmen. Im Alltag finden diese Tafeln wenig Beachtung. Heute wollen wir sie ins Zentrum unseres Lichtprojektes rücken.

Wir schauen zurück auf die dunklen, schwarzen Eichenholztafeln mit ihren vielen Namen und wir wollen zurückschauen auf das Jahr 1914. Auch in Bad Nauheim hat der erste Weltkrieg Spuren hinterlassen. Wie können wir uns heute angemessen erinnern? Wir wollen keinen neuen Opferkult, aber der Kriegsbeginn im August 1914 hatte direkt und unmittelbar Auswirkungen auf unsere Stadt – junge Männer wurden die Front geschickt und schon wenige Tage später kamen die ersten Todesnachrichten. Aus heutiger Sicht liegt das alles lange zurück – aber vor dem Hintergrund der aktuellen Konflikte in Europa und der Welt ist es wichtig sich zu erinnern."

Eine Auswahl der verlesenen Texte:

„Trauer ist der Weg zu einer neuen inneren Stärke. Eine Bereitschaft zur Trauer wäre also der allerbeste Schutz gegen einen neuen Opferkult. Sie könnte dazu beitragen, dass wir Deutschen uns nicht länger in Verstrickungen, Schuldzuweisungen, diffusen Ängsten, Selbstbeschwichtigungen und überholten Denkmustern verlieren“

Zitat aus: Sabine Bode (2004) Die vergessene Generation, Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen, Stuttgart S.365.

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