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Die Orgel der Johanneskirche

Die jetzt in der Kirche befindliche Orgel ist nicht die erste dieser Kirche. Aber sie passt sich mit ihrem Prospekt und Klang gut in den Raum ein. Ursprünglich war an dieser Stelle der reich geschmückte Chorraum, der hinter der inzwischen eingezogenen Trennwand teilweise noch erhalten ist. Vor Jahren wurde eine Lilie freigelegt, die Restaurierung des gesamten Raumes ist leider nicht mehr möglich.

Wie ein zum Segen grüßender Engel ist der Orgelprospekt gestaltet - zum Segen für die Besucher und zur Ehre Gottes will sie erklingen.

Im Dezember 1978 wurde die neue Orgel in der Johanneskirche von der seit zehn Jahren bestehenden Firma des Orgelbaumeisters Lothar Simon (Muddenhagen, Kreis Höxter) als erste Orgel für eine hessische Kirche erbaut. Der Kirchenvorstand erteilte den Auftrag, nachdem drei Angebote über eine Orgel mit 15 Registern vorlagen.

Ein Bad Nauheimer Bürger, Johann Nebe, stiftete 100.000 DM zur Anschaffung. Mit diesem Betrag war es möglich, die Gesamtkosten zu finanzieren. Da er zu Lebzeiten keinen Hinweis auf seine Stiftung wünschte, wurde nur ein kleines Messingschild am Spieltisch angebracht, das auch heute noch vorhanden ist.

Die Orgel der Johanneskirche ist auch im Portal Orgel-Information verzeichnet.

Veränderungen 2011/2012

Im Winter 2011/2012 wurde die Orgel von der Orgelbaufirma Hardt, Weilmünster-Möttau, grundlegend repariert und behutsam umdisponiert. Die neue Disposition wurde von Kantor Frank Scheffler, dem Orgelbauer Markus Hilt und dem Orgelsachverständigen Thomas Wilhelm erarbeitet und umfasst seitdem:

Hauptwerk:
Geigenprinzipal 8´ (Transmission aus Pedal), Rohrflöte 8´, Gambe 8´ (von ca. 1900), Oktave 4´, Blockflöte 4´, Oktave 2´(ergänzt 2015), Sesquialter, Mixtur.

Schwellwerk:
Holzgedackt 8´, Gemshorn 8´, Unda Maris 8´, Traversflöte 4´ (von ca. 1890), Harmonia Aetheria (ergänzt 2015), Schalmei 8´.

Pedal:
Subbass 16´, Oktavbass 8´, Trompete 8´ (ergänzt 2015).

Orgel der Johanneskirche 2015 fertiggestellt

Unsere Kirchengemeinde freut sich, dass nach langer Umbau- und Reparaturzeit die Orgel der Johanneskirche an Ostern 2015 erstmals in ihrer fertigen Klanggestalt erklingen konnte. Mit einem festlichen Konzert an Ostersonntag wurde sie den vielen Spenderinnen und Spendern sowie vielen Interessierten mit ihrem neuen Klang vorgestellt.

Zum Instrument:

Die Orgel wurde 1979 von der Orgelbaufirma Simon gebaut. Optisch perfekt in den Raum integriert, ist sie so gestaltet, dass man im Orgelprospekt einen stilisierten Engel erkennen kann. Über 30 Jahre lang diente sie treu - ohne größere Reparatur oder Ausreinigung. 2010 versagte sie dann beinahe ihren Dienst. Aufgrund von Rissen in den Lederteilen konnte die Windversorgung der Pfeifen nicht mehr genügend Luft für die Pfeifen bereitstellen. Eine längst fällige Ausreinigung wurde 2011/2012 mit der Reparatur verbunden, ebenso musste die Orgel klanglich umgestaltet werden.

In der Orgelbaufirma Hardt aus Möttau fand die Gemeinde einen Partner, der bereit war, historisches Pfeifenmaterial aus dem Werkstattbestand zur Verbesserung des Klangbestandes in das Projekt einzubringen. Der erhöhte finanzielle Aufwand erforderte eine Aufteilung in zwei Bauabschnitte, von denen der zweite Ende März 2015 abgeschlossen wurde.

Die ursprüngliche Simon-Orgel

Das Orgelgehäuse wurde aus Eichenholz gefertigt. Der Prospekt ist dem Innenraum der Kirche optimal angepasst. 932 Metallpfeifen und 110 Holzpfeifen mussten auf verhältnismäßig kleinem Platz untergebracht werden. Die zweimanualige Orgel hat folgende Register:

1. Manual:
Rohrflöte 8', Gambe 8', Prinzipal 4', Sesquialter 2fach, Spitzflöte 2', Mixtur 3fach.

2. Manual:
Holzgedeckt 8', Blockflöte 4', Prinzipal 2', Quinte 1 1/3', Zimbel 3fach, Rohrschalmei 8'.

Pedal:
Subbass 16', Flötoktave 8', Hohlflöte 4'.

Die Spielstruktur ist mechanisch, die Registertraktur elektrisch. Mit Hilfe eines elektronischen Speichers können 16 verschiedene Klangkombinationen vorprogrammiert werden.

Die sechs Register des zweiten Manuals stehen in einem Schwellkasten, dessen Jalousien vom Spieltisch aus durch einen Tritt zu öffnen und zu schließen sind. Mit Hilfe dieses Schwellers können die Klangfarben feiner abgestuft werden. Das in einer Orgel bereitstehende Klanggut wird vom Organisten derart ausgewertet, dass die jeweils zu spielende Komposition klanglich optimal dargestellt wird. Man nennt dies die Kunst des Registrierens.

Ein Spruch aus dem Jahre 1660 an der Orgel der Frauenberger Kirche zu Nordhausen soll auch für die neue Orgel der Johanneskirche gelten:

Klingel wohl, ihr Pfeifen all!
Doch: Gott allein zu Ehren,
Erfüllt mit eurem Schall
Die Kirch', das Haus des Herren!
Ermuntert auch mit Fleiss
Der Leute Mund und Zungen,
Dass sie auf solche Weis'
von Grund des Herzens singen!

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