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Die Kirche(n) in Schwalheim

Schon vor 1800 gab es Bemühungen, für „beyde Religions Verwandte eine gemeinschaftliche Kirche“ zu bauen. Dieser Gedanke wurde erst nach der Vereinigung der Reformierten und Lutheranern (Hanauer Union) 1822 wieder aufgenommen, denn die Pauluskirche wäre für die gesamte unierte Gemeinde zu klein gewesen. Hinzu kam der desolate Zustand des Gotteshauses.

Nach heftigen Diskussionen über die Frage, ob die Kirche abgerissen und neu aufgebaut werden sollte, entschieden sich die Ortsbürger in einer förmlichen Abstimmung für einen Neubau am selben Ort. Den stattlichen Saalbau mit einem 36 m hohen Turm konnten sie nach nur zweijähriger Bauzeit am 24. August 1851 einweihen. – 1966 wurde die frühere Kirchhofsmauer mit Rücksicht auf den Verkehr zurückgesetzt.

Die Wegbeschreibung zur Kirche in Schwalheim finden Sie hier.

In Schwalheim gab es im Laufe der Jahrhunderte mehrere Gotteshäuser:

Mittelalterliche Kirche

Im Mittelalter haben die Schwalheimer bis zur Errichtung einer eigenen Kapelle in der Nähe der Wetter (Brückenkapelle) den Gottesdienst auf dem Johannesberg bei Nauheim besucht. Diese Kapelle wurde später durch eine Kirche auf dem zentralen Platz in der Schwalheimer Hauptstraße 41 ersetzt, die dem heiligen Markus geweiht war. In ihr fand man vermutlich das Grab eines Ritters aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. Urkundlich ist eine Pfarrkirche erst 1504 nachweisbar. Den dazugehörigen Begräbnisplatz (Totenhof) um die Kirche nutzten die Gemeindeglieder bis 1838. Dem Pfarrer diente wohl der Vorgängerbau des angrenzenden Hauses, Hauptstraße 39, als Pfarrhaus. Das heutige Gebäude war bis 1972 Rathaus der Gemeinde.

Die Reformation wurde in der Schwalheimer Kirchengemeinde, zu der seit dem 14. Jahrhundert auch Rödgen gehörte, 1550 eingeführt: Die Gemeinde war nun evangelisch-lutherisch.

Pauluskirche

Im Jahre 1596 wurde die seit der Reformation wahrscheinlich dem hl. Paulus geweihte Kirche auf Geheiß des Landesherrn evangelisch-reformiert, eine Filialkirche der Pfarrei Dorheim, in der Grafschaft Hanau. Ende des dreißigjährigen Krieges (1648) entstand das Langhaus, allerdings erbaut mit sehr schlechtem Baumaterial. Denn rund 100 Jahre später (1751) war das Kirchendach „in einem gar schlechten Zustand …, dass der Regen in die Kirche durchtringe und die Menschen in der Kirche nass würden, sodass auch von oben am Boden der Leymen sehr herunterfalle … – eine Kirche, in die man nicht ohne Lebensgefahr gehen könne.“ 1752/53 und 1787 kam es zu größeren Reparaturarbeiten.

Peterskirche

Noch im 17. Jahrhundert waren einige Einwohner von Schwalheim und Rödgen evangelisch-lutherisch. Ab 1697 bildeten sie mit den Lutheranern von Dorheim und Nauheim eine selbständige Kirchengemeinde. Die 1700 – 1705 in der Schwalheimer Hauptstraße 40 (Richtung Buxtonplatz) errichtete Peterskirche – ein bescheidener Fachwerkbau mit einem Glockentürmchen – verfiel aber bald. 1803 wurde sie abgebrochen, 1810 feierte die lutherische Gemeinde ihre Gottesdienste vorübergehend im Obergeschoss des auf demselben Grundstück stehenden Pfarr- und Schulhaus.

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